Aus der Volksstimme vom 13. Oktober 2011
13. Oktober 2011
Umfangreiche Arbeiten auf drei Etagen
Evangelische Bartholomäischule
Von Judith Kadow
Zerbst Kontinuierlich wachsen die Schülerzahlen der evangelischen Bartholomäischule in Zerbst. Waren es 2010 mit Beginn der Schultätigkeit 15 Kinder, sind es in diesem Schuljahr bereits 29. Für das kommenden Jahr ist mit insgesamt 45 Grundschülern zu rechnen.
„Wir kalkulieren mit einer Maximalsumme von 550 000 Euro.“ Wolfgang Philipps, Oberkirchenrat
Doch diese Schüler brauchen Platz und Freiraum zur Entfaltung. Der wird derzeit geschaffen. Ins Raumkonzept der Schule sind das Erdgeschoss sowie das erste und zweite Obergeschoss eingebunden. Ein Teil der Terrasse soll als Wintergarten umgebaut und somit als Erweiterung des sich dort anschließenden Essensraumes genutzt werden. Das jetzt noch im Erdgeschoss gelegene Klassenzimmer der 1. und 2. Klasse wird später als Hortraum genutzt, ebenso ein Teil des Umkleideraumes. Die Aula wird zum Mehrzweckraum.
Im ersten Obergeschoss folgen weitere Lernräume, sowie der Computerraum, Werkraum und ein Zeichenraum. Über dem Mehrzweckraum wird hier der große Raum als Aula genutzt. Das zweite Obergeschoss wird das Büro von Schulleiterin Friederike Grötzsch beherbergen, das Sekretariat sowie das Lehrerzimmer und weitere Lernräume. Dazu wird es einen Andachtsraum geben, der auch als Beratungsraum genutzt werden kann.
Die Finanzierung für diese Umbauarbeiten, bei denen zahlreiche Räume mittels Wanddurchbrüchen vergrößert werden, schultert die evangelische Landeskirche Anhalts als Träger der Schule. „Wir kalkulieren mit einer Maximalsumme von 550•000 Euro“, erzählt Oberkirchenrat Wolfgang Philipps, der für die Landeskirche die Bauleitung übernommen hat.
„Wir reden auch über eine Eigentumsübertragung.“ Wolfgang Philipps, Oberkirchenrat
„Allerdings sind bei Bauarbeiten Überraschungen nie ausgeschlossen“, so Philipps. Daher hat die evangelische Landeskirche Kontakt mit dem Besitzer des Gebäudes – der Weltkugel-Stiftung in Berlin – aufgenommen. „Man steht unserem Vorhaben mit großer Sympathie gegenüber.“ Derzeit laufen Verhandlungen, ob die Stiftung einen Teil der Baukosten mitträgt. „Wir reden mit ihnen auch über eine Eigentumsübertragung des Gebäudes. Ich bin optimistisch, dass wir eine Lösung finden, die für beide Seiten von Vorteil ist.“
Unabhängig vom Ausgang dieser Gespräche, sollen die Arbeiten zu Beginn des nächsten Schuljahres abgeschlossen sein. „Die Anmeldezahlen sind auf einem guten Weg, aber wir sind auch auf sie angewiesen. Daher wollen wir zügig an die angestrebte Schülerzahl von 80 herankommen“, fügt Philipps hinzu.
Ausschussmitglieder zeigen sich beeindruckt von Veränderungen
Nach Besichtigung der Schule folgt Auswertung in Sitzung
Von Judith Kadow
Zerbst Das große Bauvorhaben in der evangelischen Bartholomäischule beeindruckte auch die Mitglieder des Sozial-, Schul-, Kultur- und Sportaussschusses, die am Dienstagabend die Schule besichtigten.
Weitere Besichtigung nach Abschluss der Arbeiten
Hortleiterin Juliane Staffe und Dietrich Landmann vom Diakonischen Werk Zerbst führten die Stadträte herum. „In wie weit unterscheidet sich diese Grundschule in Methodik und Didaktik von einer staatlichen Grundschule?“, hakte Detlef Friedrich (CDU) nach. Juliane Staffe erklärte, dass auch hier der selbe Lehrplan gelte, aber die Art der Vermittlung des Lernstoffs eine andere ist.
Vor allem die Ausstattung der Räume beeindruckte. Beispielsweise ist das Klassenzimmer der dritten und vierten Klasse mit einem White-Board ausgestattet, das wiederum mit dem Computern im Rechenraum vernetzt ist. Das White-Board kann als Tafel, aber auch als Touchscreen genutzt werden. Arbeiten auf den Computern können direkt aufs Board übertragen werden.
„Ich bin absolut positiv überrascht“, meinte Friedrich in der sich anschließenden Auswertung der Besichtigung. „Die Baumaßnahmen zeigen außerdem, dass hier nichts halbherziges geplant ist. Es ist ein Gewinn für die ganze Stadt“, fügte Nicole Ifferth (UWZ) hinzu. Ausschussvorsitzender Bernd Adolph (CDU) regte an, eine weitere Besichtigung anzustreben, wenn die Arbeiten abgeschlossen sind. Walter Elß (FDP) fand, dass auch Umfeld und Gelände der Schule zu dem Ganztagsschulkonzept passt. Schließlich arbeiten Schule und Hort eng zusammen und machen eine durchgehende Betreuung von 7 bis 17 Uhr möglich. „Dabei ist von 7 bis 8 Uhr der Frühhort geöffnet. Nach Schulschluss schließt sich dann die weitere Betreuung an“, erklärte Staffe.
Schulamtsleiter Andreas Dittmann bremste die Euphorie jedoch etwas. Er merkte an, dass die evangelische Grundschule ohne Einzugsbereich arbeitet. Das mache sich vor allem in den Ortsteilen von Zerbst spürbar, wo Eingangsschulklassen bereits nur durch Ausnahmegenehmigungen zustande kommen. „Das liegt nicht an dieser Schule, aber wir müssen diesen Trend beispielsweise bei der Schulplanung der Stadt berücksichtigen.“ Dabei ist die Entscheidung der Eltern, die Kinder vermehrt in der Kernstadt Zerbst beschulen zu lassen, statt in den jeweiligen Grundschulen in den Ortsteilen, keine, bei der freie oder öffentliche Schulformen eine maßgebende Rolle spielt. „Diese Entwicklung gab es schon vor Schulbeginn der Bartholomäischule“, sagte Dittmann.
Kosten für Stadt lediglich durch Hortangebot
Ruth Buchmann (FFZ) erkundigte sich, in wie weit die Stadt finanziell an dieser Schule beteiligt ist. Aufgrund der Trägerschaft durch die Landeskirche fallen für den Schulbetrieb keine Kosten an. Allerdings für den Hort. Der wird vom Diakonischen Werk Zerbst betrieben und hat, wie andere Horteinrichtungen in freier Trägerschaft auch, einen Anspruch auf Defizitausgleich zur Betreibung.
Die Mitglieder des Sozialausschusses und Vertreter der Stadt Zerbst besichtigten am Dienstag die evangelische Bartholomäischule. Hortleiterin Juliane Staffe (r.) führte sie durch die Klassenräumen und jene Räume, die derzeit aus- und umgebaut werden. Foto: Judith Kadow






